an die Fussballfans

an die Fussballfans

Eigentlich versuche ich insbesondere einer Person meinen Standpunkt klar zu machen, weil Twitter dafür weniger geeignet ist 😉

Ich bin gegen das Hooligankonkordat, gegen die Datenbank, gegen Schnellverfahren und auch gegen Polizeieinsätze, die zuweilen provozieren können. All das möchte ich in unserer Gesellschaft nicht.
Viel Bürger erwarten, dass die Staatsgewalt gegen ausufernde Aktionen und Fanmärsche konsequent durchgreift. Ich gehöre ebenfalls dazu, wenn es um Sachbeschädigung, menschenfeindliche Äusserungen und um die Gefährdung von Drittpersonen geht.
Wenn die Fans sich aber hinter Subkultur verstecken, Aussenstehende als Unwissende abkanzeln und sich nicht um die Sorgen der Anwohner und anderer Matchbesucher kümmern, dann läuft gewaltig viel schief.
Damit meine Eingangs erwähnten Massnahmen nicht notwendig sind, bedarf es nunmal der Mitarbeit der Fans. Da helfen auch keine Statistiken zum Rückgang der Fangewalt oder die Anstrengungen von Fanbeauftragten. Die Subkultur soll sich endlich an der Nase nehmen und ihren Teil dazu beitragen, dass alle, auch für mich zuweilen übertriebenen, Repressionen zurückgefahren werden können, Danke

3 thoughts on “an die Fussballfans

  1. Danke für die Zeilen. Ich gehe gerne kurz darauf ein:
    –> Konsequentes Durchgreifen ist eine inhaltlose Phrase. Was heisst das? Jede kleinste Ãœbertretung ahnden/verhindern? Mit dem Risiko, dass das Ergebnis schlechter ausfällt, als wenn man nichts gemacht hätte? Das ist dann halt keine Verhältnismässigkeit und in dem Sinne auch keine konsequente Anwendung des Gesetzes. So einfach lässt sich das halt einfach nicht festhalten.
    –> Dass sich die Fans zu oft wortkarg geben, sehe ich ähnlich. Ich sehe aber auch, warum sich viele das schlicht nicht antun wollen. Das hat meistens weniger mit Bequemlichkeit zu tun, als mit den schlechten Aussichten. Die Vorurteile sind so gross, man wird kaum je irgendwas erreichen. Ausser im direkten Dialog, und dem stellen sich die wenigsten nicht, wenn der nötige Respekt entgegengebracht wird.
    –> Natürlich brauchts die Mitarbeit der Fans. Aber eben nicht nur der Fans. St.Gallen zeigt ja zurzeit auf verschiedenen Ebenen, dass es eben funktionieren kann, wenn man sich gegenseitig zuhört. Natürlich muss die Subkultur ihren Beitrag leisten, aber immer nur „wenn die Fans nicht so schlimm wären, wäre das ja alles gar nicht nötig“ ist halt auch einfach falsch, aber das weisst du ja ;).

    1. Die Situationen, in denen die Polizei eingreifen soll und auch von Amtes wegen muss, habe ich ja geschildert. Dieser Punkt wird eben auch oftmals vergessen. Die Uniformierten können teilweise gar kein Auge zudrücken. Das würden noch weniger Leute verstehen. Ein wenig Spielraum dürfte es vermutlich geben, überstrapazieren dürfen ihn aber beide Seiten nicht.
      Dass die Konkordate sich zum Teil durchgesetzt haben, ist nun mal Fakt und sollte auch den Fans zu denken geben. Das liegt nicht daran, dass man den Fans die Choreo vermiesen will, sondern dass man etwas mehr Ordnung, insbesondere um die Stadien, haben möchte. Nicht alles liegt in den Händen der Fans, aber sehr, sehr vieles.
      Nur Wenige wollen sich direkt äussern, bei den Fanmärschen und auf Transparenten jedoch können sie ihre Stimme erheben. Ich bin sicher, dass da mit Fantasie und gutem Willen sehr gute Aktionen möglich wären, mit denen auch bei den Kritikern und der Presse Bonuspunkte geholt werden können.
      Das Image der Fans beginnt mit dem Einsteigen in die Sonderzüge und endet am Heimatbahnhof. Dazwischen könnte man auch subkultur-konform etwas bewegen oder im Zweifelsfall auch stoppen 😉

  2. Das stimmt so halt einfach nicht. Die Polizei (und damit meine ich nicht einzelne Polizisten, dass die teilweise wirklich einfach Befehle auszuführen haben, ist mir auch klar) muss immer auch die Verhältnismässigkeit im Auge haben. Und da gibts bei grossen Menschenansammlungen eben schon Spielraum. Das soll kein Freipass sein, aber eben für beide Seiten nicht.

    „Mehr Ordnung“ mag der Grund sein. Nur verstehen halt nicht alle das gleiche unter Ordnung. Wenn ich da an Aussagen bzgl. zu unterbindender Gesänge denke…

    Ich wage zu behaupten, dass nahezu jeder Fan, wenn du ihn ganz normal angehst (und das vielleicht nicht in einer eh schon aufgeheizten Situation), sich mit dir unterhält. Wie lange, ausführlich, offen, … er das tut, liegt dann bei dir.

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