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Kategorie: Datenschutz

Keine Bewegungsprofile mit dem #Swisspass!

Keine Bewegungsprofile mit dem #Swisspass!

Einmal mehr stinksauer!
Heute erklärt SBB Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi  dem Blick, was der Sinn hinter dem #Swisspass sein soll:

«Wenn wir ein einfaches und modernes Ticketingsystem haben wollen, dann setzt dies voraus, dass wir wissen, wann welcher Kunde auf welcher Strecke gefahren ist und wie weit. Nur so können wir auch differenzierte Preise verlangen und abrechnen.»

Da kommt einem die Galle hoch. Insbesondere, wenn man rund ein Jahr zurückblickt und die Antwort der SBB auf unseren offenen Brief hervorholt. Dort schreibt der verantwortliche Projektleiter der SBB folgendes:

Auf den beiden Chips sind keine Personendaten oder Leistungen gespeichert, sie referenzieren auf eine Datenbank. Bei der Kontrolle entsteht jeweils ein Kontrolldatensatz. Dieser Datensatz entspricht einer Momentaufnahme und wird nie in einen Zusammenhang gestellt. Das bedeutet, dass zu keinem Zeitpunkt ein Bewegungsprofil der Kunden abgeleitet wird. Die Kontrolldaten werden während 90 Tagen ausschliesslich für den Bereich „Service Apres Vente“ gespeichert. Diese Aufbewahrungsfrist gewährleistet die Möglichkeit zur Bearbeitung allfälliger Kundenreaktionen im Nachgang einer Reise. Eine Zweckbindung der Kontrolldaten ist jederzeit sichergestellt. Nach Ablauf der 90 Tage werden die Daten wieder gelöscht. Die Kundendaten- und Vertragsdaten werden unter Einhaltung des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG) wie bereits in der Vergangenheit zu Marktforschungszwecken verwendet.

und weiter:

Der SwissPass wurde dem eidg. Datenschutzbeauftragten vorgestellt, und wir haben darauf keine Beanstandung erhalten.

Wir werden/wurden angelogen.
Alleine aufgrund solcher Tatsachen erwarte ich von den verantwortlichen Stellen, der SBB und auch dem VÖV einen Riegel zu schieben. Es gab und gibt nach wie vor Leute, die den Swisspass aus genau diesen Gründen ablehnen. Viele Benutzer des öffentlichen Verkehrs haben sich vor der Einführung öffentlich für eine korrekte Umsetzung eingesetzt. Die Bedenken der Leute bestätigen sich nun. Schluss mit dem #Swisspass – Kommt mit einer Lösung, die durchdacht ist!

Swisspass – Sammlung von Kontrolldaten unverhältnismässig

Swisspass – Sammlung von Kontrolldaten unverhältnismässig

Holt der Datenschutz den Swisspass ein?
Der Bericht des Eidgenössischen Datenbeauftragten (EDÖB) übt auf jeden Fall deutliche Kritik am Verein öffentlicher Verkehr (VöV) und der SBB.

Die bei der Ticket-Kontrolle ausgelesenen Kontrolldaten sind auf ihre Verhältnismässigkeit hin überprüft worden. Der EDÖB hält in seinem Bericht fest, dass die erfassten Daten über den eigentlichen Zweck hinausgehen und somit unverhältnismässig sind.

Erfasst werden:

„Zug-/Kursnummer (nur zum Teil), Uhrzeit, Personalnummer des kontrollierenden Mitarbeitenden, Gerätenummer (IMEI) des Kontrollgeräts, Typ der kontrollierten Leistung (HTA oder GA), Klasse der kontrollierten Leistung (1./2. Klasse), Kontrollergebnis (gültig, teilgültig, ungültig), Verknüpfung zur Kunden-, Grundkarten- und SwissPass-Ausweisnummer sowie Kontrollreferenznummer“

Für viele kommt das nicht überraschend. Der VöV und die SBB wurden im mehrfach darauf angesprochen. Die Antworten waren leider wenig zufriedenstellend. Auf jeden Fall, es wäre vermeidbar gewesen, wenn man die Bedenken im Vorfeld ernst genommen hätte.
Ich erinnere gerne an unseren gemeinsamen öffentlichen Brief und an die Forderungen, die wir im März 2015 an den VöV und die SBB gestellt haben.
Leider hatte damals niemand ein Gehör für die Skepsis in Bezug auf die Datensammlung.

Nebenschauplatz:
Spannend wird es jetzt, wenn die SOB (E-Ticket: Südostbahn prescht alleine vorund BLS (BLS lanciert Ticket der nächsten Generation) mit ihrem angekündigten E-Ticket live gehen wollen.
Beide Unternehmen sind, wie die SBB auch, Mitglieder des VöV, der den Swisspass lanciert hat…..noch Fragen?

Autonummernscanner – Wo sind sie?

Autonummernscanner – Wo sind sie?

Ich habe mich vor rund 3 Jahren schon mal über Autonummernscanner ausgelassen.
Seither scheinen die Behörden fleissig gearbeitet zu haben.
Nicht nur was die Anzahl Erfassungen von Automobilisten angeht, sondern auch bei der Anzahl der Standorte solcher Scanner.
Wie das Tagblatt heute berichtet setzen mittlerweile 9 Kantone, praktisch unbeachtet von der Öffentlichkeit, auf die Verkehrskontrollen. Die Behörden sehen darin kein Problem:

Weil die Aufnahmen gleich wieder gelöscht würden, falls es zu keinem Treffer kommt, seien unbescholtene Bürger vom Nummernscanning gar nicht betroffen.

Doch ganz so trivial und bedenkenlos scheint mir die Sache nicht zu sein. Dazu ein paar kurze Zahlen aus dem Thurgau Quelle: St. Galler Tagblatt vom 11.4.2015:

  • Auf Kantonsgebiet sind insgesamt 8 solcher Scanner im Einsatz
  • im Jahr 2014 ist 320x „Alarm“ ausgelöst worden
  • in 130 Fällen handelte es sich um einen „Fehlalarm“, also bei rund einem Drittel!
  • die meisten Fälle, in denen das System reagierte, war eine fehlende Versicherungsdeckung oder eine nicht bezahlte Busse im Ausland der Grund
  • in 40 Fällen konnte Lenker ohne gültigen Führerausweis geschnappt werden
  • in 20 Fällen gab es Treffer in der RIPOL-Datenbank

Es handelt sich einmal mehr um eine Massenüberwachung, durch die die überwältigende Mehrheit von Automobilisten unter Generalverdacht gestellt wird, da ja jedes einzelne Autokennzeichen präventiv erstmal erfasst wird. Datenschutzrechtlich wird auch hier mit „Wer nichts zu verbergen hat…“ argumentiert.

Um der mittlerweile flächendeckenden Mehrfach-General-Überwachung (denkt auch an das neue Büpf, an IMSI Catcher usw.) etwas entgegenzustellen, starte ich einen Versuch.
Ich habe bei Google-Maps (ja, ich weiss, ebenfalls ein schwarzer Fleck in Sachen Überwachung) eine Karte freigeschaltet, auf der Jeder und Jede Standorte von solchen staatlichen Überwachungsinstallationen eintragen kann.
Ich würde mich freuen, wenn möglichst viel mitmachen. Ihr dürft den Link gerne weitergeben und eure kritischen und unkritischen Freunde, Verwandte und Bekannte darauf aufmerksam machen.

Zur Google-Map „Staatliche Überwachung“

Und weil ich es grad so spannend finde noch ein kleiner Nachtrag, was so alles in der RIPOL Datenbank gespeichert wird

Kleines Glossar dazu:

  • AFV – Fahrzeugfahndungs- und Verkehrsüberwachungsanlagen
  • CatchKen – mobiles Scanner-System der Kantonspolizei Bern

Links zu weiteren interessanten Artikeln:

 

 

 

Last Minute Kritik am #Swisspass

Last Minute Kritik am #Swisspass

Irgendwie Lustig oder auch traurig.
In knapp einer Woche ist der Swisspass der SBB Fakt! Und jetzt kommen die Nachzügler mit ihrer Kritik am neuen GA/Halbtax.
Lustig ist, dass die Leute so kurz vor Release-Datum noch ihren Senf dazu geben, obwohl bereits vor einigen Wochen die Konsumentenorganisationen und private Leute ausführlich in den Medien mit ihrer Kritik präsent waren.
Unter anderem auch ich, zusammen mit einigen Mitstreitern. Der offene Brief mit unserer Kritik wurde mehrfach geteilt und auch in den Medien erwähnt.
Das jetzt die LastMinute-Kritiker aus den Büschen gekrochen kommen, stimmt mich doch eher traurig.
Jetzt nützt es nichts mehr, schade!

http://private-data.ch/briefvorlage-swisspass/

Aktuelle Kritik: