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Kategorie: OASG

OASG Postulat Schwager – Parteienverteilung

OASG Postulat Schwager – Parteienverteilung

Ich hab mir die Liste der Unterzeichnenden etwas genauer vorgenommen:

Folgende Parteien/Personen haben das Postulat mitunterzeichnet

10 SP (Bösch Martin,Eggmann Franz, Hasler Etrit, Hufenus Gallus, Kehl Daniel, Königer Doris, Mitrovic Vica, Schmid-Keller Susanne, Truniger Blaser Beatrice, Weber Beat)
3 Grüne (Schwager Thomas, Federer Cécile, Furrer Robert)
1 CVP (Huber-Kobler Maria)
1 PFG (Huber Sylvia)
1 SVP (Keller Michael)
1 GLP (Gähler Anita)

Ich war schon etwas verwundert,was die 10 Stimmen der SP angingen.

Mit dabei ist zum Beispiel Etrit Hasler, Slam Poet, der 2003 am Open Air aufgetreten ist und den passenden bericht unter „die schönsten Presseartikel“ auf seiner Homepage veröffentlicht. Gallus Hufenus als Kulturschaffender unter anderem am Theater St. Gallen sollte eigentlich auch Interesse am Open Air zeigen. Oder ist die Sauferei im Tobel zu primitiv?
Und zuguterletzt natürlich Herr Thomas Schwager. Als Umweltberater NDS findet er sicherlich „externe Fachleute“, die objektiv die Lage beurteilen. Sicherlich findet er Unterstüzung bei Martin Bösch, der einige Publikationen in diesem Bereich aufzuweisen hat. Susanne Schmid-Kaller hilft mit. Schliesslich arbeiten sie zusammen an der HSG
Ach ja, dann haben wir da noch Daniel Kehl, Fussballfan und (Ex?)-Autor beim Kulturmagazin Saiten. Da würde man doch auch etwas anderes erwarten, oder?

Ich lege keinen Wert auf Vollständigkeit

Voraussichtlicher Beratungstermin ist am 24. Mai 2011

OASG vs. NVS

OASG vs. NVS

Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass nach der Einreichung des Postulats von Herrn Schwager und den nachfolgenden Berichterstattung das Thema im Sand verläuft.

Nichts da, der NVS SG veranstaltet an seiner HV ein Podiumsgespräch zu diesem Thema:

Auch wenn Christian Zinsli während der Podiumsdisskusion darauf hinweist, das der NVS nichts gegen den Anlass selbst hat, ist die Forderung des Naturschutzverein faktisch das Ende des Open Air St. Gallen.
Ich muss nochmals darauf hinweisen, welche Anstrengungen das Open Air St. Gallen mit jeder Neuauflage unternimmt, um die Belastung der Umwelt so gering wie möglich ausfallen zu lassen:

  • Seit 2007 verzichtet das Open Air St. Gallen auf Generatoren und bezieht ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Aquapower und Solarpower)
  • Die Zusammenarbeit mit Stadt, VBSG und SBB ermöglicht den Besuchern bei der Anreise auf das Auto zu verzichten. Wie gut dies gelingt zeigt der Vergleich mit ähnlichen Festivals z.B in Grossbritannien
  • Der WWF verlieh dem St. Galler Open Air 2009 den Award „Umwelt Champion)
  • YOUROPE hat dem Festival 2007 den Green’n’Clean Award verliehen
  • A Greener Festival hat dem OASG den 2010er Award verliehen
  • seit 2005 wird auf PET-Becher ein Depot verlangt. Trotz der anfänglich heftigen Proteste der Besucher hat das OK bis heute daran festgehalten.
  • seit 2010 wird der Hoemdelivery Service angeboten, der die PET-Flaschen ebenfalls mit Depot versieht und so zu einem höheren Rücklauf führt
  • 2008 verursachte das Open Air rund 150 Tonnen Abfall (5kg pro Besucher) im Jahr 2010 waren es noch 100 Tonnen (4kg pro Besucher)
  • 2008 versuchten die Organisatoren Zelte und Schlafsäcke zu einem guten Zweck zu sammeln. leider machten die Besucher kaum mit.

Ich erwarte vom Naturschutzverein und der grünen Partei diese Bemühungen entsprechend zu würdigen. Einen kulturellen Anlass mit einer 30jährigen Tradition kann und darf nicht auf diesem Weg verschwinden.

Der NVS und die Grünen wissen genau, was das Postulat von Herrn Schwager bedeutet. Ein Ersatzgelände auf Stadtgebiet zu finden ist unmöglich. Eine Verlagerung in die nähere Umgebung dürft aufgrund von Einsprachen (vermutlich von den selben Organisationen und mit den selben Begründungen) ebenso nicht in einem vernünftigen Zeitraum realiserbar sein. Zudem gibt es vermutlich nur wenige Standorte, die verkehrstechnisch günstig gelegen sind. Eine Zunahme des Individualverkehrs ist so gut wie sicher. Ebenso sind enorme Aufwendungen in der Logistik notwendig (Abfallentsorgung, Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste usw.) Ob die Ökobilanz dadurch verbessert wird wage ich zu bezweifeln.

Einzige Schlussfolgerung: Das Open Air Festival wäre Geschichte und die Stadt St. Gallen um einen Anlass von enormer kultureller Bedeutung ärmer.

Liebe Gegner des Open Air Festivals. Bringt konkrete Verbesserungsvorschläge, helft den Veranstaltern und der Stadt, die Situation zu verbessern oder haltet euch an die bestehenden Regelungen! Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass einzig und alleine egoistische, profilierungssüchte Motive hinter dem Postulat stecken.

Quellen:

Verschiedene Luftaufnahmen vom Open Air Gelände (leider nicht mit Aufnahmedatum)

Google Maps
Map Search
Bing Maps
Geoportal Schweiz

Vielleicht hilfen mir die Karten beim Zählen der Hochstammbäume die verschwunden sind

 

Open Air und Naturschutz: Wieviel Schutz bietet die Schutzverordnung?

Open Air und Naturschutz: Wieviel Schutz bietet die Schutzverordnung?

Dieser Brief wurde via Mail direkt an Herrn Thomas Schwager versandt. Grund dafür war das Postulat, dass am 22.2.2011 im Stadtparlament St. Gallen eingereicht wurde

Profil Thomas Schwager: http://www.stadtparlament.stadt.sg.ch/mitglieder/person.aspx/392
Postulat: http://www.stadtparlament.stadt.sg.ch/geschaefte/geschaeft.aspx/1410

Sehr geehrter Herr Schwager

Mit einigem Erstaunen habe ich mir heute Vormittag ihr Postulat „Open Air und Naturschutz: Wie viel Schutz bietet die Schutzverordnung“ durchgelesen.

Kurz zu meiner Person:
Mein Name ist Marcel Baur, wohnhaft in St. Gallen und seit rund 20 Jahren Helfer am Open Air St. Gallen und Mitglied der Piraten Partei Schweiz.

Sie finden diesen Brief ab heute Abend auch auf meiner Homepage

Ihre Fragen sind sicherlich zum Teil berechtigt und auch ich bin gespannt auf die Antworten. Insbesondere die Bauten und Anlagen die exklusiv für das Festival erstellt wurden interessieren mich, wenn auch aus anderen Gründen.

Was mich aber an Ihrem Postulat verwirrt ist, was Sie konkret erreichen wollen. Sie wissen so gut wie ich, dass ein alternativer Standort dem Open Air St. Gallen die gesamte Atmosphäre nimmt. Ein Umzug würde dem Festival nicht nur kurzfristig schaden, sondern es wäre das Aus für dieses Traditionsfestival.

Zu Abfall
Der Umgang mit Abfall ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht nur das Sittertobel, sondern auch alle anderen Grossanlässe betrifft. Betroffen sind in St. Gallen die Veranstaltungen im Zentrum (St. Galler Fäscht, Fasnacht usw.) genauso wie die Anlässe am Stadtrand wie z. Bsp. der CSIO. Auch die Musikfestwochen dieses Jahr und das Kinderfest verursachen jeweils Abfall, der entsorgt werden muss. Ein Spaziergang entlang dem Sitterstrandweg wird Ihnen zeigen, das Ihre Bilder genausogut ober- oder unterhalb des Festivalgeländes aufgenommen werden könnten.

Ein neuer Standort würde das Problem nur verlagern und mit Sicherheit nicht lösen. Ob letztendlich die Ökobilanz dadurch tatsÄchlich verbessert wird, wage ich zu bezweifeln.

Was mich aber am meisten enttäuscht, ist dass Sie die Bestrebungen der Organisatoren in keiner Art und Weise berücksichtigen. Die Organisatoren setzen seit Jahren laufend Verbesserungen um und stehen damit europaweit an der Spitze in Sachen Ökologischer Festivals. Ebenso vergessen Sie die Risikobereitschaft und die Vorreiterrolle bei neuen Konzepten zur Abfallverminderung und zum Recycling. Umweltschutz hört nicht in St. Gallen auf!

Bitte lesen Sie sich die Ausführungen unter http://www.openairsg.ch/info/greennclean/ nochmals ausführlich durch und versuchen Sie mit konstruktiven Vorschlägen die Organisatoren zu unterstüzen. Ich bin sicher, dass sie Ihnen gerne zuhören.