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Kategorie: AFG Arena

Kapo St. Gallen stellt verpixelte Bilder online

Kapo St. Gallen stellt verpixelte Bilder online

Aus aktuellem Anlass und den Erfahrungen der letzten Monate, erlaube ich mir hier mal wieder darauf aufmerksam zu machen, wie das mit dem Internetpranger so läuft.

Seit heute sind bei der Kapo St. Gallen verpixelte Bilder von mutmasslichen Krawallbrüdern online. Gleich aufgenommen hat es natürlich auch der Blick und stellt die Bilder als „Fotogalerie“ online. In einer Woche dann werden die Bilder der noch nicht identifizierten Personen unverpixelt veröffentlicht.

Ohne jetzt wieder eine Abhandlung über „das Dafür und Dagegen“ zu schreiben, will ich einfach einen Blogpost von mir vom 11.6.2013 erinnern. Damals musste ich der Kapo SG mitteilen, dass sie die Bilder aus der Fahndung, trotz Versprechen sie nach Abschluss der Fahndung zu entfernen, schlicht vergessen hatte. Hier der Blogpost dazu
N
icht viel besser ist übrigens auch die Kapo Luzern. Da wird noch immer fleissig gefahndet, notabene zu einem Vorfall vom Juni 2012! – Hier der Link

Vielleicht noch ein etwas ältere Aussage von Thomas Hansjakob, Staatsanwalt Kanton St. Gallen zum Thema: (29. Mai 2009 auf 20min)

«Es ist eine Frage der Schwere des Vergehens», sagt Thomas Hansjakob, erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen. Einem Fahndungsfoto im Internet stimmt er dann zu, wenn für die Taten ein Jahr Freiheitsstrafe oder mehr beantragt werden.

Dazu sollte man wissen, das es bei der aktuellen Fahndung bereits zu 28 Verurteilungen gekommen ist. Die Strafen liegen dabei zwischen einer bedingten Geldbuss und Bussen zwischen 500 bis 800 CHF (siehe Blick vom 11.8.2014)
Da scheint Herr Hansjakob entweder daneben gegriffen zu haben, oder hat seine Meinung bzgl. der Schwere des Vergehens tüchtig revidiert.

Dann sind wir mal gespannt, ob die Bilder, wie immer wieder versprochen wird, nach erfolgreicher Indetifizierung gelöscht werden. Wer zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Interesse hat, kann ältere Bilder zum Beispiel hier trotzdem noch anschauen 🙁

Update vom 12.8.2014

Auf der Fahndungsseite der Kapo SG sind heute bereits 3 Bilder verschwunden. 20min und Blick berichten in ihren Online-Ausgaben bereits darüber.
Die Kapo SG hält sich also an ihr Versprechen, die Bilder umgehend zu entfernen, wenn sich die betroffenen Personen melden.
Was macht der Blick? Genau das selbe, mit dem Unterschied jedoch, das die 3 Bilder im Orginalbericht gelöscht wurden, nur um sie im Nachfolgebericht wieder zu veröffentlichen! WTF!!! 20min macht es da geschickter, sie zeigen die Bilder nicht selber, sondern verlinken direkt auf die Webseite der Kapo SG – So geht das!

Original Bericht (nur noch 7 Bilder)zum Artikel Nachfolgebericht (die „fehlenden“ 3 Bilder)zum Artikel
2014-08-12 15_04_37-Internet-Pranger_ St. Galler Polizei sucht diese YB-Hooligans _ Ostschweiz _ Bli 2014-08-12 15_03_45-Drei YB-Hooligans haben sich schon gemeldet_ «Wir haben bewusst wenig gepixelt»

Update vom 15.8.2014

Mittlerweile scheint sich ein weiterer Randalierer gemeldet zu haben – Es sind noch 6 der ursprünglich 10 Bilder aufgeschaltet.
Der Blick hat diesmal nicht reagiert. Noch sind dort alle 10 Bilder, verteilt auf 2 Artikel veröffentlicht.

Kapo SG entfernt Internetpranger

Kapo SG entfernt Internetpranger

Update vom 12.6.2013 08:50 Uhr
Mittlerweile sind die Bilder auch auf der Webseite des Blick verschwunden

Update von heute 12.6.2013
SRF1 fragt bei Thomas Hansjakob nach:
Die Staatsanwaltschaft hat es schlicht vergessen und will nun mit Regeln nachbessern. Zu hören im Regionaljournal Ostschweiz
Und so nebenbei, beim Blick sind die Fotos nach wie vor vorhanden. Da haben sowohl Etrit Hasler als auch Thomas Hansjakob leider recht.

 

Heute darf ich auf Twitter einen kleinen Erfolg gegen einen unsäglichen Internetpranger feieren.

Bei der Durchsicht meiner Bookmarks bin ich auf den Internetpranger der Kantonspolizei St. Gallen gestossen. Es handelte sich dabei um 2 verbliebene von ursprünglich 6 Hooligangs die bei den Ausschreitungen vom Match FC St. Gallen gegen den FC Zürich vom 28. Juli 2012!!!!!! dabei gewesen sein sollen.
Die Bilder wurden am 18.2.2013 auf der Webseite der Kapo hochgeladen. Heute am 11.6.2013 bin ich eben auf den gespeicherten Link gestossen und siehe da, die 2 verbleibenden Bilder waren noch immer online. Das heisst, 11 Monate nach dem mutmasslichen Vergehen und 4 Monate nach der Veröffentlichung. Da muss man doch einfach mal nachfragen.
Da die Kapo SG noch über keinen Twitteraccount verfügt, habe ich mir erlaubt den Account des Kanton SG zu erwähnen. Prompt, nach nur 2h die Rückmeldung, dass die Bilder resp. die Seite gelöscht wurden. Toller Service, aber…..

Ein Nachgeschmack bleibt. Immer wieder wurde den Bürgern versprochen, dass die Bilder nach erfolgreicher Identifikation postwendend von den Seiten verschwinden. Diese Aussagen kamen auch von anderen Corps und Dienststellen um die Aufregung bzgl. Persönlichkeitsschutz möglichst gering zu halten. Leider zeigt sich nun, dass die Gefahr, diese Versprechungen aus welchen Gründen auch immer nicht eingehalten werden, oder die Täter konnten tatsächlich bis heute nicht identifiziert werden. In beiden Fällen bleibt eben der üble Nachgeschmack zurück, dass der Internetpranger halt nicht DIE Lösung ist.

 

Update – Stadt St.Gallen baut Videoüberwachung aus

Update – Stadt St.Gallen baut Videoüberwachung aus

Update vom 5.9.2012 – Telefongespräch mit dem Stabschef DSSI

Ich hatte gerade ein sehr offenes und nettes Gespräch mit den zuständigen Stellen. Es gibt tatsächlich Zahlen, die jedoch noch etwas aufbereitet werden müssen. Das ist durchaus akzeptabel zumal auch die Daten aus Helmkameras und Handycams hineinfliessen sollten.
Ehrlich gesagt, ich war sehr erfreut über die Offenheit, mit der mich der Stabschef des DSSI informiert hat. Hut ab!

Geben wir dem DSSI also etwas Zeit und freuen uns auf die Daten

Update vom 4.9.2012 – Direkte Anfrage an Herrn Nino Cozzio:

Nachdem ich bis heute keine Antwort oder sonstige Benachrichtigungen bekommen habe, habe ich mich direkt an Herrn Cozzio gewandt:

Sehr geehrter Herr Cozzio
Nachdem ich aus Ihrem Departement leider keine oder unvollständige Antworten erhalten habe, wende ich mich direkt an Sie persönlich.
Sie finden nachfolgend meine Anfrage zu den Zahlen und Statistiken zur Videoüberwachung rund um die AFG Arena.
Ich nehme dabei Bezug auf Ihr Interview im Regionaljournal Ostschweiz auf Radio DRS1.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir resp. der Piratenpartei das Zahlenmaterial zur Verfügung stellen könnten.

Anfrage vom 30.8.2012 an Herrn Indermaur

Grüezi Herr Indermaur

Ich wurde von Frau Verena Zellweger an Sie weiterverwiesen.
Auch bei Ihnen möchte ich nachfragen, ob die erwähnten Zahlen und Statistiken zur Videoüberwachung bei der AFG Arena zugänglich sind?
Frau Zellweger weisst zwar darauf hin, dass Herr Cozzio in dem Interview auf Radio DRS nichts von Zahlen erwähnt habe. Wenn man sich das Interview jedoch anhört, dann stellt man bei ca. 40s fest, dass solche Daten durchaus existieren.

Zitat Herr Cozzio: “Der Nutzen ist sicher ausgewiesen, die Statistiken gibt es natürlich. Ich habe sie aber gerade nicht im Kopf.”

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns dieses Zahlenmaterial zur Verfügung stellen könnten.

 

Dann warten wir mal wieder. Aufgrund des Wahlkampfes und der zwar indirekten, aber brandaktuellen Aussagen von Herrn Thomas Hansjakob zu den Massnahmen gegen Fussball-Hooligans rechne ich mikt einer schnellen Antwort 😉

Update vom 30.8.2012 – Antwort aus dem Direktionssekretariat Soziales und Sicherheit:

Grüezi Herr Baur

Ich nehme Bezug auf Ihre untenstehende Anfrage und kann Ihnen mitteilen, dass Herr Cozzio nichts von konkreten Zahlen zur Effizienz der Videoüberwachung in diesem Interview gesagt hat. Falls Sie Fragen zur allgemeinen Videoüberwachung haben, können Sie mit Herr Heinz Indermaur, Direktionssekretär, gerne Kontakt aufnehmen. Besten Dank für Ihre Kenntnisnahme.

freundliche Grüsse

Ich habe mir das Interview nochmals gut angehört und stelle fest, dass Herr Cozzio bei ca. 40s sehr wohl von Zahlen und Statistiken redet: „Der Nutzen ist sicher ausgewiesen, die Statistiken gibt es natürlich. Ich habe sie aber gerade nicht im Kopf.“

Mir scheint, dass da im Departement bessere Absprachen notwendig sind.
Die Antwort ist auf jeden fall ein Grund da nahzuhaken, ganz so scheint es ja nicht zu sein.

Ich bleibe dran

Ich habe mir heute erlaubt bei der Direktion Soziales und Sicherheit nachzuhaken und die Damen und Herren gebeten, uns die Zahlen und Statistiken zur Verfügung zu stellen, die Nino Cozzio im Interview mit DRS 1 angesprochen hat.

Als Pirat interessiert mich die Effizienz solcher Installation brennend. Insbesondere könnte es zum Beispiel sein, dass die FCB Fans ja gerade wegen der neuen Kameras ihre Aggressionen ins Innere des Stadions verlegt haben. Das ist zumindest eine indirekte Schlussfolgerung, die ich den Antworten von Herrn Cozzio entnehme.
Auch sonst kommen in dem Interview sehr viel „glauben“ „vielleicht “ und andere schwammige Aussagen vor.

Ein Grund weiter aufmerksam zu bleiben, auch wenn die 360’000 CHF gestern gesprochen wurden.

Ich warte gespannt auf Antwort.

 

Quellen / Links
Radio Interview mit Nino Cozzio auf DRS Regionaljournal Ostschweiz 

Vorlage Stadtparlament
Offizielle Dokumentensammlung zur Videoüberwachung der Stadt St. Gallen

Lex Arena

Lex Arena

Das Stadtparlament hat am letzten Montag mit grosser Mehrheit ein Reglement (die Vorlage findet sich hier) verabschiedet, das die Aufteilung der Sicherheitskosten rund um die AFG Arena regelt. Dies hat prompt eine Rekation der Stadionbetreiber ausgelöst, die nun (einmal mehr) hohe Wellen schlägt.

Obwohl das Reglement noch nicht in Kraft ist und die Möglichkeit besteht, das Referendum dagegen zu ergreifen, drohen die Stadionbetreiber bereits mit rechtlichen Schritten.
Einmal mehr verwirrt die arrogante Haltung der Stadionbetreiber.
Ok, es gibt einige Passagen im Reglement, die sich auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig anhören, bei genauerer Betrachtung jedoch absolut plausibel sind.
Die Bewilligungpflicht eines Fussballspiels zum Beispiel ist nicht für jedes einzelne Spiel einzuholen, sondern wird jeweils für eine Meisterschaft erteilt. Andere Spiele müssen jedoch separat beantragt werden, wie übrigens auch jeder andere Grossanlass mit mehreren tausend Personen.
Bewilligungen können aufgrund des Reglements verweigert werden, auch das entspricht den geltenden Regeln bei Grossanlässen wenn die Öffentliche Sicherheit gefährdet wird und das Spiele aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden können ist ebenfalls nichts Neues. Das kann auch der Schiedsrichter veranlassen.
Es werden also keine anderen Massstäbe angelegt als bei anderen Veranstaltungen in der Stadt St. Gallen.

Die Aufschlüsselung der Sicherheitskosten scheint mir durchaus fair zu sein und entspricht in etwa dem vom Bundesgericht vorgeschlagenen Schlüssel zur Beteiligung von Sportvereinen an Grossanlässen. (Urteil 2C_605/2008 vom 24.2.2009; BGE-Publikation). Auch hier wird also nicht willkürlich ein Betrag eingefordert, sondern die Stadt hält sich an Vorgaben, die gesamtschweizerisch als vertretbar erachtet werden.

Ich hoffe, ich bekomme noch Gelegenheit den Brief der Stadionbetreiberan die Fraktionspräsidenten zu lesen. Dem Bericht imTagblatt und den Aussagen diverser Parlamentarier zu folge scheint er wieder im selben arroganten und fordernden Ton zu sein wie bei der Rettung der Betriebs AG.

Wo bleiben die Kommentare der Fans?

Wo bleiben die Kommentare der Fans?

Die Rettung der AFG-Arena und damit auch die des FCSG ist durch. Einzig der Beitrag des Kantons St. Gallen ist noch nicht gefällt, was aber nicht entscheidend ist.
Ich möchte mich in diesem Blog aber auch nicht zur eigentlichen Sanierung äussern, sondern nachfragen was die der Dachverband und andere Gruppierungen zur neuen Struktur rund um den FCSG sagen. Es waren im Vorfeld ja einige Bedenken zu hören.
Insbesondere das neue Konstrukt um die geplante FC St. Gallen Event AG gab Anlass zu heftigen Diskusionen. Auch die Personalfrage dürfte nicht für alle zur Zufriedenheit beantwortet sein.

Sind nun alle froh, dass eine Lösung gefunden wurde, die dem FC die Chance wahrt, auch in der nächsten Saison in der obersten Liga zu spielen? Ist dabei das undurchsichtige Konstrukt zur Nebensache geworden? Was ist mit der geforderten Transparenz, was mit den offenen Fragen zu Löhnen und Catering?

Es scheint tatsächlich vielen egal zu sein, solange die Kugel weiterrollt. Ich auf jeden Fall werde weiterhin die Augen und Ohren offen halten, denn noch bin ich mit der Entflechtung von Politik und FCSG nicht zufrieden.

Alles rund um die neue FC St. Gallen Event AG findet man auf der Homepage der AFG Arena