Despektierliche Kritik

Despektierliche Kritik

Ich hatte vergangene Woche die Möglichkeit, bei Saiten einen Einspruch zu platzieren. Entstanden ist der Text nach der Lektüre eines Artikels im St. Galler Tagblatt, in dem erstmals der Name Calatrava für die Neugestaltung des Marktplatzes genannt wurde.

Einen Tag später wurde ein weiterer Artikel veröffentlicht, in dem verschiedene Stimmen dazu zu Wort kommen. Unter anderem auch unsere Stadträtin Patrizia Adam. Sie wurde mit folgenden Worten zitiert:

Ich bin der gleichen Meinung wie Santiago Calatrava: Wir sollten bei null beginnen.

Dieser Satz hat mich zu einem Leserbrief veranlasst, der scheinbar einen Nerv getroffen hat. Nur so lässt sich die Reaktion des Schreibers erklären.
Da auch mein Artikel auf Saiten einige Reaktionen hervorgerufen hat, erlaube ich mir hier meine Meinung nochmals ausführlicher kund zu tun.

1. Partizipation

Nach der Abstimmungsniederlage vom 8. März 2015 bemerkte der Stadtrat richtig, dass im Vorfeld zuwenig mit den betroffenen Personen gesprochen wurde und ein abgespecktes Projekt aus der ersten Vorlage der falsche Weg ist um ein solch grosses Projekt beim Stimmvolk durch zu bringen. Auch Partizipation wurde in Interviews mehrfach genannt.

Partizipation würde in der Stadt St. Gallen stattfinden, nur nimmt sie der Stadtrat stillschweigend zur Kenntnis, beteiligt sich selbst jedoch nicht daran. Beispiel ist hier der Tisch hinter den Gleisen, der sich schon seit Anfang Jahr mit der Entwicklung beim Bahnhof Nord beschäftigt.

Hier erwarte ich von unserem Stadtrat und insbesondere von Frau Adam eine offensive Vorgehensweise für einen neuen Anlauf zum Marktplatz. Ein runder Tisch. mit wem auch immer, ist hier zu wenig. Man denke da auch an die gross angelegte VOX-Analyse nach dem ersten Nein im Jahr 2011.

2. Calatrava

Es ist richtig, der Name wurde vom Tagblatt und nicht vom Stadtrat ins Spiel gebracht. Leider ist mit seinem Namen auch die erste Marktplatz-Abstimmung verbunden. Gemäss Vorlage hätte das Bushäuschen, das von ihm gestaltet wurde, vom Platz verschwinden müssen. Eine Idee, die gemäss VOX-Analyse mit verantwortlich ist für das erste Nein.

Der Name des spanischen Architekten lässt in St. Gallen bei einigen Bürgern schon fast Ehrfurcht und Anbetung aus. Anders kann ich die Reaktionen im Tagblatt und bei Saiten nicht erklären, wenn man den Mann respektive seine Bauten kritisiert. Und hier liegt der wunde Punkt. Nicht die Leistungen und der Ruf seiner Bauten sind mir ein Dorn im Auge, sondern die Lobhudeleien und Kniefälle vor seinem Namen in Zusammenhang mit der Stadt.

So tönen Aussagen von Patrizia Adam plötzlich nicht mehr als mögliche Idee, sondern als willkommene Ausrede um sich nicht selbst aus dem Fenster lehen zu müssen (Ja, ich weiss, das ist ein böse Unterstellung)

3. Parkplatz

Die erste Absage an den Marktplatz war aber nicht ausschliesslich eine Frage der Bushaltestelle, sondern auch eine Absage an die Parkgarage Schibenertor/Union. Das diese mittlerweile schon so gut wie definitv kommt, fragt sich der Bürger zu recht, welche Gedankengänge im Stadtrat getätigt werden.

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