Die Macht des Volkes – #srfdok Teil 1

Die Macht des Volkes – #srfdok Teil 1

Nachdem der Dokfilm „Die Macht des Volkes“ in den Reihen der SVP und nahestehenden Kreisen für viel Wirbel gesorgt hat, habe ich mir den Film mehrfach angeschaut. Hier einige Beobachtungen und Erkenntnisse, die ich für speziell erwähnenswert halte. Bei genauer Betrachtung einzelner Szenen wäre allerdings auch die Empörung aus Nicht-SVP-Kreisen durchaus nachvollziehbar.

Beispiel:

2:08 Alfred Heer erklärt einem Passanten in Istanbul, wer ihn mit der Kamera begleitet:

„Das ist das Kommunisten Schweizer Fernsehen….Das sind alles linke Kommunisten“

19:45 SRF ist scheinbar auch schuld, dass Alfred Heer im 4 Sterne Hotel in Strassburg keinen Kaffee bekommt

Oder

22:50 Anette Groth antwortet mit „schockierend“ auf die Frage, was sie persönlich davon hält, dass die Schweiz die Kündigung der europäischen Menschenrechtskonvention in Kauf nimmt – Alfred Heers Bemerkung dazu „Wenn das eine Linke sagt, dann muss es ja stimmen“

Aber auch die Doris Fiala, die Leitern der Schweizer Delegation kommt nicht zu Wort, wenn sie sich zu ihrer Komissions- und Zusammenarbeit mit Alfred Heer äussern möchte.

24:00 Doris Fiala möchte der Reporterin die Situation mit Herrn Heer im Europarat erläutern. Alfred Heer redet aus dem Hintergrund dazwischen, was Frau Fiala veranlasst, abzuwinken und weg zu gehen.

Die SVP resp. In diesem Fall Alfred Heer muss also nicht einstecken, sondern darf kräftig austeilen.
Dass er bei seinen Aussagen a) nicht sattelfest ist und b) die Tatsachen verdreht oder sogar als Unwahrheiten abkanzelt, soll und darf bei einer solchen Dokumentation nicht verschwiegen werden:

Das beginnt zuerst völlig harmlos, in dem er das EU-Parlament mit dem Europäischen Gerichtshof verwechselt, oder sich einfach nur verplappert:

18:25 Alfred Heer auf einer Busfahrt mit SVP-Besuchergruppe durch Strassburg „Links ist der Gerichtshof für Menschenrechte….Links geht es einerseits zum Friedhof und zum EU-Parlament…Es ist eigentlich fast dasselbe“
Schreiben wir das mal seinem hemdsärmligen Mundwerk zu und drehen ihm daraus keinen Strick

Konkreter wird es mit Behauptungen:

Ab 27:30 Alfred Heer „Die meisten Fälle sind kriminelle Ausländer, die recht bekommen haben und die Schweiz nicht verlassen mussten“
Aufklärung dazu folgt 2min später

29:26 In 15 Jahren gab es genau 4 Fälle von kriminellen Ausländern, die aufgrund eines Urteils des europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte nicht ausgeschafft werden durften.

Ab 27:50

Hier fordert Alfred Heer die Journalistin auf, ihm einen relevanten Fall zu nennen, in dem ein Schweizer Bürger Recht erhalten hat. „Das gibt es gar nicht, das ist ja genau die Farce“ so beantwortet er sich die Frage selber.

Frau Hellen Keller listet im Anschluss Namen (es sind mehr als 20) auf, in denen Schweizer Bürger Recht bekommen haben.

So läuft das in den ersten 30min ab. Die Zuschauer haben einen Eindruck bekommen, was der europäische Gerichtshof für Menschenrechte macht und wie Alfred Heer dazu steht. Aus meiner Sicht respektlos. Es stellt sich auch heraus, dass sehr vieles, das uns die SVP auch in Zusammenhang mit der Durchsetzungsinitiative glaubhaft machen will einfach nicht stimmt.

Aber, der Film dauert ja nochmals rund 30min.
Nehmen wir mal eine Reaktion von Parteiexponenten der SVP vorne weg:

Da müsste meiner Meinung nach im zweiten Teil einiges kommen, das den Begriff Staatspropagande verdient.
Bisher waren einzig die fehlerhaften Aussagen von Alfred Heer, als Vertreter in Strassburg, fragwürdig.

Hier der gesamte Film:

Fortsetzung folgt….

Weiter zum Teil 2

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