Ein Büpf ist zu wenig

Ein Büpf ist zu wenig

Ich hatte heute einen kleine Geistesblitz.

Das neue Büpf soll unsere Gesellschaft durch das Aufzeichnen und Speichern von Randdaten, im Telefon-, Mobilfunk- und Internetverkehr, vor Terroristen und anderen kriminellen Elementen schützen.
Das heisst, wenn ein Verdacht auf eine Straftat fällt, können mit Hilfe des Justizapparates die Hüter dieser Daten (Internetprovider und Telefondienstleister) gezwungen werden, diese Daten herauszugeben. Etwas negativ scheint mir hier, dass die Kosten für die Aufbewahrung und generelle Überwachung auf den Kunden abgewälzt werden müssen. Aber so viel sollte uns die Sicherheit wert sein.

Ich finde es sehr gut, dass wir durch die flächendeckende Speicherung dieser Daten endlich eine reelle Chance bekommen das Verbrechen auszumerzen. Einige werden da zwar unschuldig in die Fänge der Strafverfolgung geraten, aber da diese ja nichts zu verbergen haben, werden sie sicherlich ohne negative Folgen rehabilitiert.

Allerdings erscheint mir dieser Ansatz etwas minimalistisch. Wenn sich die Behörden nur auf Kommunikationsdaten verlassen, dann gehen ihnen vermutlich doch einige dieser subversiven Personen und Organisationen durch die Lappen. Wir können uns also nur bedingt sicher fühlen. Wenn das Gesocks auf diese Mittel verzichtet, werden wir es nie finden.

Weshalb werden dann nicht weitere, bereits bestehende Systeme mit in die Ermittlungen einbezogen? Ich denke da insbesondere an die Einkaufsgewohnheiten der potentiellen Verdächtigen und Verbrecher. Da ja diese ebenfalls Nahrung und Bedarfsmittel des täglichen Lebens benötigen, sollte man eventuell eine Überwachung der Kundendaten bei den Grossverteilern in Betracht ziehen.
Wäre es doch von grossem Nutzen, wenn man weiss, wer im nahegelegenen Do-It Metallkanister, Nägel und Nitratdünger kauft. Wenn die Person dann noch über Wochen hinweg auf Schweinefleisch, Rasierklingen oder Alkohol verzichtet, dann haben wir doch einen (mutmasslichen) Täter oder eine Täterin! (Ok dieses Muster ist jetzt etwas gar gesucht, ich entschuldige mich bei allen anderen Vertretern der Verbrechersyndikate, die hier nicht erwähnt wurden). Was für eine Chance, die sich uns hier bietet!

Zu den Kosten, die eine solch ergiebige Datenquelle verursacht, gilt natürlich der selbe Ansatz wie bei der Telekommunikation. Der Kunde ist für die erhöhte Sicherheit selbstverständlich bereit diese mit einem kleinen Aufpreis auf die Produkte zu finanzieren.

Warum also sollten wir die Randdaten von Kommunikationsmitteln erheben und auf die Kombination mit anderen Datensammlungen verzichten? Die Schweiz könnte doch so viel sicherer sein, wenn wir all die Daten die überall gesammelt werden miteinander verknüpfen. Ich rufe deshalb alle Banken, Grossverteiler, Zivilstands Ämter, Kirchen und Spitäler auf, sich zusammen mit den Versicherungsgesellschaften, Verkehrsüberwacher, Sozialämter und Kommunikationsunternehmen zusammenzuschliessen und uns das Übel, dass uns tagtäglich über den Weg läuft aus unserer Gesellschaft zu vertreiben.
Ich freue mich auf ein Leben in Freiheit und ohne Angst. Traute ich mich doch in den letzten 40 Jahren kaum mehr aus dem Haus.

Ich danke dem Dienst ÜPF jetzt schon für die Ausweitung seiner Tätigkeiten

Marcel Baur

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