Einspruch – No Pegida!

Einspruch – No Pegida!

In Absprache mit dem Magazin Saiten kann ich meinen Februar-Beitrag hier Online stellen.
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«Die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten ist Menschenpflicht.» So lautet der erste von 16 Punkten im Manifest der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes», kurz Pegida, in Deutschland. Die Schweizer Trittbrettorganisation mit identischem Namen verzichtet in ihrem eigenen 14-Punkte-Katalog auf diese «Menschenpflicht».

Weshalb sollten sie den Punkt auch erwähnen? Mit der Masseneinwanderungs- und der Ausschaffungsinitiative, dem Bauverbot für Minarette und dem Burkaverbot im Tessin haben wir ein solides Fundament geschaffen, um Einwanderern, Konvertiten und gebürtigen Nichtchristen zu zeigen, dass sie hier nicht mehr nur geduldet, sondern unerwünscht sind. Wer sich der christlich-jüdischen Kultur des Abendlandes nicht unterwerfen mag, soll sich doch bitte um ein Rückflugticket (wohin auch immer) bemühen.

Die Pegida-Schweizer machen es sich einfach. Das eigene Nest wird gegen alles Fremde verteidigt. Der Nachwuchs soll ohne schädliche Einflüsse aufwachsen und sich nicht um globale und unchristliche Themen kümmern. Denn nur hier, in unserem perfekt organisierten Land, wissen die Bürger wie das Leben zu funktionieren hat. Importe aus dem Morgenland sind höchstens noch als Menubeilage, Gewürze oder als Aufguss zum Fondue erwünscht. Das Erlernen der Sprache der Eingeborenen wird zur Pflicht und der Dresscode in der Schule gesetzlich verankert. Natürlich mit dem Initiativrecht als legitimes demokratisches Mittel.

Um den Rückhalt der Ideen beim Volk zu sondieren, wird nun eine erste Demonstration angekündigt. Glücklicherweise ist die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein hohes Gut, so dass es gegen das Vorhaben nichts einzuwenden gibt. Ob sich die Pegida-Bewegung allerdings im Anschluss an die urschweizerischen Spielregeln der Mehrheit halten wird? Es wird sich zeigen.

Aber auch ohne Pegida: Die Schweiz befindet sich auf gutem Weg, noch islam- und fremdenfeindlicher zu werden. Dafür haben die Initiativen und Vorstösse nach demokratischem Recht bereits gesorgt. Weitere werden wohl folgen. Um aus einem Online-Kommentar zu zitieren: «Pegida ist für uns keine neue Erfindung. Sie existiert in der Schweiz schon lange, sie nennt sich nur anders.» Es ist an der Zeit sich dagegen zu stellen.

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