Herr Elmer und die Trillerpfeiffe

Herr Elmer und die Trillerpfeiffe

Ich kann und will hier keine rechtliche Abhandlung zu dem Fall schreiben. Ich wehre mich jedoch mit Händen und Füssen Herrn Elmer als Whistleblower zu bezeichnen. Es darf nicht sein, dass der Begriff für jeden herhalten muss, der irgendwelche Geheimnisse ausplaudert. Auch nicht wenn das auf Wikileaks geschieht. Für die Diskussion über zukünftige Gesetze zum Thema Whistleblowing dies es nur schädlich.

Herr Elmer hat, wie es das Bezirksgericht Zürich in seinem Urteil bestätigt, aus persönlichen Rachegefühlen und nicht aus ethischen Bedenken heraus gehandelt.

Was stört mich denn sonst noch an dem Herrn Elmer?

1. Ich war ja doch recht erstaunt, dass Herr Elmer seine eigene Homepage unter der Adresse http://www.swisswhistleblower.com registriert und aufgeschaltet hat. Ein Grund mehr, sich etwas vertieft mit den Absichten von Herrn Elmer zu beschäftigen.

Die Domain wurde im März 2008 registriert und läuft unter dem Titel „Domain Discreet“. Dieser Dienst ermöglicht die anonymisierte Registration von Webadressen. Es lässt sich also nicht feststellen, auf welchen Namen die Domain tatsächlich registriert wurde. Ein Impressum fehlt leider auf der Homepage, so dass der Name von Herrn Elmer, der unterhalb des Menu steht als Identifizierung reichen muss. Nicht gerade die seriöse Art sich in einer so diffizilen Sache zu outen.

2. In seiner Buchbeschreibung zu „Bankenterror“ schreibt Herr Elmer

„Dieses Buch umfasst  die unglaubliche Geschichte des Swiss Whistleblowers Rudolf Elmer, der in der Schweiz, in Guernsey, auf den Cayman Islands, auf Jersey, der Isle of Man und Mauritius bei der Credit Suisse, der KPMG,der Bank Julius Bär, der Noble Group sowie der Standard Bank im Offshore Bereich gearbeitet hat.“

Herr Elmer dürfte wohl ein intimer Kenner der Steueroasen gewesen sein, als er 1994 von der Bank Julius Bär als Operativer Geschäftsführer (Chief Operating Officer) auf die Cayman Island berufen wurde. Auch das wird vom Gericht bestätigt «Sie, Herr Elmer, waren jahrelang Bestandteil der Bankenwelt und haben davon profitiert.»

3. Im Vorfeld sind sehr viele Dinge aufgetaucht, die ebenfalls kein gutes Licht auf Herrn Elmer werfen. In einem Zeitungsinterview mit der Zeitung „Der Sonntag“ gab Herr Elmer zu, dass er mehrere Angestellte der Bank Julius Bär mit dem Tode bedroht hat. Nicht beweisen werden konnte eine Bombendrohung gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Auch die Berichterstattung im Vorfeld des Prozesses stellt ihn in einem düsteren Licht dar. Insbesondere das Schweizer Fernsehen mit seinem Bericht in der Rundschau und der Tagesanzeiger in seinem Dossier lassen kein gutes Haar an ihm.

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