Kommentar zu Adam schiesst zurück

Kommentar zu Adam schiesst zurück

Eigentlich dachte ich, es wäre zum Thema #Staustadt alles geschrieben, was ich zu sagen habe. Leider muss ich nochmals in die Tasten hauen.
In der heutigen Ausgabe der St. Galler Nachrichten erschien ein Text unter dem Titel „Adam schiesst zurück“.

Hier bedarf es wohl doch noch etwas Gegenwehr, respektive Kritik.

"Die Oberfläche wird nur am östlichen Ende bei der Einmündung in die Geltenwilenstrasse tangiert"

Woher will das Frau Adam so genau wissen? In den Abstimmungsunterlagen ist nach wie vor von 3 möglichen Varianten die Rede, wovon alle 3 Varianten eine weitere Spur in Richtung Westen beinhalten!

Variante A

Variante B

Variante C

"Die Teilspange vom Güterbahnhof bis Liebegg würde wahrscheinlich vom Kanton bezahlt werden, weil es um die Entlastung von Kantonsstrassen geht"

Bei derart grossen Projekten schrillen bei mir die Alarmglocken, wenn das Wort „wahrscheinlich“ vorkommt.
Entsprechend ist die Beteiligung des Kantons auch im Abstimmungsbüchlein formuliert.

"der ganze Verkehr aus dem und ins Appenzellerland werde unterirdisch bis mindestens zum Anschluss Güterbahnhof und auch direkt auf die Autobahn geleitet"

Hier sollte man noch einmal einen Blick auf die 3 möglichen Varianten werfen. Zumindest bei der Variante A wird der Verkehr vom Liebeggtunnel stadteinwärts via St. Leonhardbrücke auf die Autobahn geführt. Der Tunnel von der Ausfahrt Kreuzbleiche ist einspurig und führt nur in Richtung Teufen.
Die beiden anderen Varianten sehen zwar 2 Spuren vor, wurden aber von Kantonsingenieur Marcel John als zu teuer deklariert.

"Die Pläne für die drei vorliegenden Varianten zeigen klar, dass die unterirdischen Fahrspuren am Rande des Baugebietes die Überbauung, wenn überhaupt, nur unwesentlich einschränken"

Hier dürft ihr gerne bei Markus Tofalo nachlesen. Er hat sich da sehr viel Mühe gegeben und die baulichen Details dokumentiert. Unter anderem auch zum Platzbedarf der Ein- Ausfahrt an der Geltenwilerstrasse (Steigungsprozente)

Hier noch eine Visualisierung zur Ein-/Ausfahrt bei der Geltenwilerstrasse

GüterbahnhofQuelle: https://www.gueterbahnhof-ja.ch, Renderings: Markus Tofalo)

"um die erwartete Verkehrszunahme auf der Strasse zu bewältigen. Auch heisst es, die Verkehrsprognosen stimmten nicht und seien nicht zeitgemäss. Junge Leute würden weniger Auto fahren. Nach Adam basieren die Prognosen aber auf Abklärungen von ausgewiesenen Verkehrsfachleuten, die verschiedene Trends berücksichtigt haben. Gegriffen wurde auch auf Prognosen vom Bund und Angaben im Richtplan."

Hier nochmals eine Übersicht zur Verkehrsentwicklung auf der Teufenerstrasse. Quelle ist übrigens nicht die Stadt sondern der Kanton. Die Zahlen der Stadt hatte ich bereits vor einigen Tagen erwähnt.

Riethüsli - Anzahl Fahrzeuge pro Tag - Messstelle Kanton St. Gallen
"Adam betont, dass mit der Planung rasch begonnen werden kann und mit dem Planfortschritt der Teilspange abgestimmt werden kann."
Solange beim Bund der Ball flach gehalten wird kann man vermutlich kaum von einem abschätzbaren Zeithorizont reden. Hier sind wir sowohl auf den Kanton als auch auf den Bund sowie möglichen weiteren Abstimmungen angewiesen. Die 10 Jahre, die genannt werden sind mit Sicherheit illusorisch.
Wer sich übrigens über den Stand ausführlich erkundigen möchte ist beim ASTRA am richtigen Ort, bei der Stadt findet man nicht wirklich etwas.
Abschliessend darf man wohl sagen, dass Frau Adam einmal mehr mit Platzpatronen schiesst. Ich traue unserer Baudirektion leider nicht besonders viel zu.
Weiteres zum Thema Güterbahnhof gibts übrigens auch in meiner Rubrik „Bauen in St. Gallen

 

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