Neue Buslinie Abtwil-Wittenbach

Neue Buslinie Abtwil-Wittenbach

 

Ich bin ein wenig verwundert. Die VBSG plant Streckenerweiterungen von Abtwil bis Wittenbach (Linie 3 und 7) und im Stadtparlament werden Interpellationen beraten „Im Westen nichts Neues im öV?!
Ich werde aus dem Konzept unseres ÖV einfach nicht schlau.
Busse der VBSG benötigen für die Ost-Westverbindungen (Nr. 1, 4 und 7) alle deutlich mehr als 30min. Nun sollen nochmals 2 solche Linien dazukommen, die mindestens gleich lange benötigen und sich zu grossen Teilen die Strecken teilen.
Gleichzeitig aber soll der Bahnhof St. Fiden kein ÖV Hub werden. Dies obwohl die Strecke Winkeln – St. Fiden in 15min bewältigt werden könnte und zudem gleich noch eine Anbindung an die Agglomeration (Wittenbach, Mörschwil, Gossau, Herisau) ermöglichen würde.
Hinzu kommen die Grossbaustellen Uni St. Gallen oder unter Umständen sogar die Olma-Baustelle auf dem verlängerten Rosenbergtunnel.
Warum keine unterirdische Stationen an diesen Grossbaustellen? Diese Bauvorhaben liegen übrigens ziemlich genau auf der bereits bestehenden S-Bahnachse. Weitere Haltestellen wären auch beim Güterbahnhof (ebenfalls eine geplante Grossbaustelle) durchaus machbar.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass eine U-Bahn (nennen wir es von mir aus eine teilüberdachte S-Bahn) die richtige Lösung wäre, die Ost-West Verbindung sicherzustellen. Aufgrund der Topologie der Stadt machen 2 grössere Umsteigehalte (Hubs) am Hauptbahnhof und Bahnhof St. Fiden (evtl. sogar Winkeln) durchaus Sinn. Von diesen Hubs könnten die Quartiere effizient bedient werden und die Pendlerzeiten massiv reduziert werden.
Die vorgelegte Planung mit kleineren Anpassungen im Fahrplan und Verlängerung/Umleitung der Linien wird möglicherweise kurzfristig Verbesserungen bringen. In ihre Gesamtheit aber wenig nachhaltig sein.

Dass die Finanzierung eine erhebliche Hürde darstellt ist mir durchaus bewusst. Ich behaupte aber, dass eine Etappenlösung unter Einbezug der Bauherren an den zusätzlichen Standorten tragbar ist. Wer sagt denn, dass man sich nicht auch mit der Migros zusammensetzen kann und ihnen eine „exklusive“ Metrostation im Keller des Einkaufszentrum in Aussicht stellt 😉 AUch die Olma und die HSG könnte partizipieren. Letzter würde sich evtl. sogar für eine Wirtschaftlichkeits-Rechnung einspannen lassen.

Aber vielleicht denke ich einmal mehr in zu grossen Dimensionen. Ein gemeinsames Vorgehen von Privaten, Stadt, Kanton und Bund (ach ja, eine 3. Röhre solls ja auch einmal geben) ist vermutlich eine zu Utopie für eine Stadt, die sich dem ÖV verschrieben hat um seine Bewohner vom Privatverkehr zu entlasten….

 

Kleiner Nachtrag:
Das Tram, das irgendwann mal den Talboden durchqueren soll habe ich vor lauter ÖV Wirrwarr vergessen 🙂

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