OASG vs. NVS

OASG vs. NVS

Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass nach der Einreichung des Postulats von Herrn Schwager und den nachfolgenden Berichterstattung das Thema im Sand verläuft.

Nichts da, der NVS SG veranstaltet an seiner HV ein Podiumsgespräch zu diesem Thema:

Auch wenn Christian Zinsli während der Podiumsdisskusion darauf hinweist, das der NVS nichts gegen den Anlass selbst hat, ist die Forderung des Naturschutzverein faktisch das Ende des Open Air St. Gallen.
Ich muss nochmals darauf hinweisen, welche Anstrengungen das Open Air St. Gallen mit jeder Neuauflage unternimmt, um die Belastung der Umwelt so gering wie möglich ausfallen zu lassen:

  • Seit 2007 verzichtet das Open Air St. Gallen auf Generatoren und bezieht ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Aquapower und Solarpower)
  • Die Zusammenarbeit mit Stadt, VBSG und SBB ermöglicht den Besuchern bei der Anreise auf das Auto zu verzichten. Wie gut dies gelingt zeigt der Vergleich mit ähnlichen Festivals z.B in Grossbritannien
  • Der WWF verlieh dem St. Galler Open Air 2009 den Award „Umwelt Champion)
  • YOUROPE hat dem Festival 2007 den Green’n’Clean Award verliehen
  • A Greener Festival hat dem OASG den 2010er Award verliehen
  • seit 2005 wird auf PET-Becher ein Depot verlangt. Trotz der anfänglich heftigen Proteste der Besucher hat das OK bis heute daran festgehalten.
  • seit 2010 wird der Hoemdelivery Service angeboten, der die PET-Flaschen ebenfalls mit Depot versieht und so zu einem höheren Rücklauf führt
  • 2008 verursachte das Open Air rund 150 Tonnen Abfall (5kg pro Besucher) im Jahr 2010 waren es noch 100 Tonnen (4kg pro Besucher)
  • 2008 versuchten die Organisatoren Zelte und Schlafsäcke zu einem guten Zweck zu sammeln. leider machten die Besucher kaum mit.

Ich erwarte vom Naturschutzverein und der grünen Partei diese Bemühungen entsprechend zu würdigen. Einen kulturellen Anlass mit einer 30jährigen Tradition kann und darf nicht auf diesem Weg verschwinden.

Der NVS und die Grünen wissen genau, was das Postulat von Herrn Schwager bedeutet. Ein Ersatzgelände auf Stadtgebiet zu finden ist unmöglich. Eine Verlagerung in die nähere Umgebung dürft aufgrund von Einsprachen (vermutlich von den selben Organisationen und mit den selben Begründungen) ebenso nicht in einem vernünftigen Zeitraum realiserbar sein. Zudem gibt es vermutlich nur wenige Standorte, die verkehrstechnisch günstig gelegen sind. Eine Zunahme des Individualverkehrs ist so gut wie sicher. Ebenso sind enorme Aufwendungen in der Logistik notwendig (Abfallentsorgung, Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste usw.) Ob die Ökobilanz dadurch verbessert wird wage ich zu bezweifeln.

Einzige Schlussfolgerung: Das Open Air Festival wäre Geschichte und die Stadt St. Gallen um einen Anlass von enormer kultureller Bedeutung ärmer.

Liebe Gegner des Open Air Festivals. Bringt konkrete Verbesserungsvorschläge, helft den Veranstaltern und der Stadt, die Situation zu verbessern oder haltet euch an die bestehenden Regelungen! Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass einzig und alleine egoistische, profilierungssüchte Motive hinter dem Postulat stecken.

Quellen:

Verschiedene Luftaufnahmen vom Open Air Gelände (leider nicht mit Aufnahmedatum)

Google Maps
Map Search
Bing Maps
Geoportal Schweiz

Vielleicht hilfen mir die Karten beim Zählen der Hochstammbäume die verschwunden sind

 

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