Projekt „Soziale Dienste unter einem Dach“ in den Sand gesetzt

Projekt „Soziale Dienste unter einem Dach“ in den Sand gesetzt

Die Sozialen Dienste (SDS) sollten ursprünglich an der Haggenstrasse 45 unter einem Dach zusammengefasst werden. Aufgrund deutlich höheren Umbaukosten wird nun daraus vorerst nichts.

Das Gebäude an der Haggenstrasse 45 wurde im Juni 2013 für 5.2 Mio von der Stadt erworben. Der Einzug der SDS war für 2017 vorgesehen. Die Umbaukosten für das Gebäude wurden mit ca. 4 Mio veranschlagt. Im Februar 2015 wurde ein Projektierungskredit in der Höhe von 439’000 CHF gestellt und vom Stadtparlament bewilligt. Dies allerdings nicht ohne Kritik. Quer durch die Fraktionen wurden einige Punkte bemängelt. Einerseits die räumliche Nähe der KESB und der Sozialen Dienste, andererseits aber auch die „Luxusausgabe“ der Büroräumlichkeiten. Das dies damals nicht unbegründet war, hat sich jetzt bestätigt.

War man bis vor einem Jahr von notwendigen Investitionen von CHF 4 Mio. ausgegangen, hat sich mit dem Abschluss der Planungsphase gezeigt, dass mit Umbaukosten in der Höhe von CHF 6.9 Mio. zu rechnen ist. Zwischen dem Zeitpunkt des Kaufs im Juni 2013 und dem Projektierungskredit im Februar 2015 waren zwischen Bestellerin (SDS) und Auftragnehmerin (Hochbauamt) das Raumprogramm und die Bedürfnisse zu wenig präzise abgebildet worden

Zu der Nähe zwischen KESB und den Sozialen Dienst schreiben die beiden Stadträte Cozzio und Adam:

Derzeit werden im Auftrag des Kantons die Wirkungen und Leistungen des seit 1. Januar 2013 geltenden Kindes- und Erwachsenenschutzrechts im Kanton St.Gallen evaluiert. Untersucht werden dabei auch die Organisationsformen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Die Ergebnisse werden im Laufe des kommenden Jahres vorliegen. Unter anderem auf dieser Grundlage wird auch die Frage der Einbettung der KESB Region St.Gallen in den SDS ergebnisoffen geprüft.

Auch hier greift man die Kritik aus dem Parlament zumindest ansatzweise auf.

Dies ist übrigens bereits das zweite Gebäude, das die Stadt für die Zusammenlegung der Dienste erworben hatte. Ein Gebäude an der Wassergasse stellt sich aber kurz nach dem Kauf als zu klein heraus.

St. Gallernachrichten vom 26. April 2012
St. Gallernachrichten vom 26. April 2012

Mir graut vor den anstehenden Grossprojekten in der Stadt. Ich hoffe, die meisten erkennen die Probleme und werden im Herbst die Konsequenzen ziehen. Wenigstens ein Baustelle müsste mit den Wahlen geschlossen werden.

Und hier noch das Video mit den Stimmen von Nino Cozzio und Patrizia Adam

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