Schämt euch! – Favela by Open Air Frauenfeld

Schämt euch! – Favela by Open Air Frauenfeld

Nein, es ist nicht der gesamte Zeltplatz gemeint, der im weitesten Sinn ja optisch einer Favela gleichen könnte. Nein, für 200 Stutz (zusätzlich zu den Tickets) kann man dieses Jahr 12 Quadratmeter Boden „kaufen“. Zusätzlich soll es einen Möbelfundus und div. Baumaterial geben. Die Organisatoren versprechen euch „Kreatives Ausleben, einzigartiges Festival-Erlebnis und ultimativer Spass für läppische 200 Franken“

Gerade im Zuge der Fussball-WM in Brasilien und die Folgen für die Bewohner einer Favela ist das zynisch und respektlos.
Und wenn auf der selben Seite auch noch eine Luxus-Mansion für 40’000 CHF angeboten wird ist das nichts anderes als ein Tritt in den Arsch für alle echten Favela Bewohner

Liebes Open Air Frauenfeld, mit dieser Aktion habt ihr es bei mir definitiv versaut! Schämt euch!

Link zur 200 CHF-Favela

Es besteht zwar kein direkter Zusammenhang, aber dennoch möchte ich die Auflösung der Favela-Aktion vor der Art Basel 2013 wieder in Erinnerung rufen.

Kleines Upate vom 9.5.2014
Ich durfte dem St.Galler Tagblatt ein telefonische Kurzinterview geben. Bin gespannt, was dabei herauskommt. In der Zwischenzeit darf man sich gerne auch auf Twitter unter dem Hashtag #favelagate dazu äussern.

Update vom 10.5.2014
Heute ist im St. Galler Tagblatt ein Artikel dazu erschienen (leider nur für Abonennten) und jetzt auch hier: Tagblatt_100514_favelagate

Zu Wort kommt auch die grüne Kantonsrätin Gina Rüetschi, die sich am Begriff “Favela” ebenso stört.
Die Migros als Sponsor äusserst sich ebenfalls, weicht aber aus und und meint, dass sich Leute in sozialen Medien halt sehr schnell über etwas empören.
Sry Migros, aber das ist meilenweit an der Sache vorbei gezielt! Korrektur: Die Aussage, dass man sich in sozialen Medien schnell auch über Bagatellen beschwert stammt nicht von der Migros!

Und wie zu erwarten war, die Veranstalter schweigen. Ja, sie gehen sogar soweit und löschen kritische Kommentare von ihrer Facebookseite (zumindest ist er nicht mehr auffindbar) – Schöne Kommerz-Welt. Da freut man sich doch gleich doppelt auf die WM und die nächsten Festivals.

Für Nicht-Twitterer hier die im Artikel erwähnten Tweets mit Namensnennung:

Ich hoffe einfach, dass andere Veranstalter bei ihrer Wortwahl etwas geschickter Vorgehen, wenn sie solche Aktionen in ihr Festival integrieren:
Zur Nachahmung nicht empfohlen

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