«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» zurückgezogen

«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» zurückgezogen

Die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» hat ihren Zweck erfüllt“ schreiben die Initianten auf ihrer Webseite http://schutzinitiative.ch/
Damit gelangt die bereits eingereicht Initiative mi 110’000 Unterschriften nicht zu Abstimmung.
Die erreichten Ziele allerdings wollen sich mir nicht wirklich erschliessen:

  • Aus den Basler «Sexboxen» sei das «pornografische Material» entfernt worden. Ausserdem sei die «unsensible Bezeichnung ‚Sexbox‘ geändert worden.» (Heisst neu«Unterrichtsmaterialien für die Sexualerziehung»)
  • das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule Luzern geschlossen worden (Ende Juni 2013, rund 6 Monate vor Ablauf der Sammelfrist)
  • Bei der Erstellung des Lehrplans 21 sei ausserdem darauf geachtet worden, dass vor dem 10. Lebensjahr der Kinder kein Sexualkunde-Unterricht vorgesehen sei (Das sieht Basel und das Appelationsgericht anders)
  • habe man im gesamten Lehrplan auf die Verwendung des «ideologisierten Ausdrucks ‚Gender’» verzichtet (Als ob Gender als Ausdruck unsere Kinder verunsichern könnte)

So zumindest berichtet SRF

Gemäss Unterschriftenbogen (PDF) sahen die Ziele wie folgt aus:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:
Art. 11, Abs. 3 (neu) 3 Sexualerziehung ist Sache der Eltern.
Abs. 4 Unterricht zur Prävention von Kindsmissbrauch kann ab dem Kindergarten erteilt werden. Dieser Unterricht beinhaltet keine Sexualkunde.
Abs. 5 Freiwilliger Sexualkundeunterricht kann von Klassenlehrpersonen an Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten neunten Altersjahr erteilt werden.
Abs. 6 Obligatorischer Unterricht zur Vermittlung von Wissen über die menschliche Fortpflanzung und Entwicklung kann von Biologielehrpersonen an Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten zwölften Altersjahr erteilt werden.
Abs. 7 Kinder und Jugendliche können nicht gezwungen werden, weitergehendem Sexualkundeunterricht zu folgen

So ganz erfüllt ist da vermutlich nicht alles.
Insbesondere auch bei den Medienberichten kamen teils ganz andere Bedenken (Glaubensfragen) und Einwände (Pornographisches Bildmaterial in Lehrmitteln) zum Vorschein.
Ich für meinen Teil bin nicht unglücklich, dass die Initiative zurückgezogen wurde. Allerdings wäre ein Volksentscheid durchaus sinnvoll gewesen.
Die Diskussionen werden so leider weitergehen. Das kündigt auch das Initiativkomitee an, in dem es einen «Verein Schutzinitiative» gegründet hat. Die Aufgaben des Vereins sind relativ klar deklariert: „…will Auswüchse beim Sexualkundeunterricht verhindern“ (Quelle: SRF)
Es geht leider weiter 🙁

Ältere Artikel zum Thema: Volksinitiative gegen zu frühe Sexualkunde Teil I und Teil II

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