Sexting kann dich berühmt machen

Sexting kann dich berühmt machen

Auch wenn du es gar nicht willst.

Cyber-Risiko-Check der Pro Juventute

Auf Facebook kann man einen Selbstcheck durchführen, wie abgeschottet das Profil ist.
Die Aufmachung hatte mich gleich angesprochen und es war naheliegend, mein persönliches Profil einmal durchzuchecken.
Ein Klick auf den Link und der Check startet.

Aber schon die erste Meldung, obwohl man sich ja von solchen bereits gewohnt ist, lässt aufhorchen

2013-10-21 11_29_50-Facebook

 ok, es geht um das öffentliche Profil, aber wozu denn noch die „Gefällt mir“ Angaben und die Geburtstage meiner Freunde?

Bin gespannt, ob wirklich alle Angaben notwendig sind, auf die der Check zugreifen will.

Bewilligung erteilt

2013-10-21 11_45_15-Facebook

Ja was denn nun? Was will der Check denn in meinem Namen posten?

Mein Resultat, meine Freundesliste, meine Fotos?

Weniger affine Leute haben hier vermutlich einfach weitergeklickt. Sicherheitsbewusste FB-User hingegen müssten eigentlich spätestens hier den Check abbrechen. Es ist überhaupt nicht klar, wass hier allenfalls veröffentlicht wird. „Aber ich habe ja nichts zu verbergen“, also weiter:
Und das ist mein Resultat:

2013-10-21 11_47_50-Pro Juventute Sensibilisierungskampagne

 

Oha, gutes Resultat, ich hätte es schlechter erwartet.

Aber halt, ist mein Profil, da es ja grün ist, auch so sicher, dass ich jetzt intime Bilder von mir posten könnte?
Ich bin sicher, dass sich solche Gedanken bei einigen einschleichen werden.

Mein Fazit: durchgefallen und zwar weil:
1. Das Resultat falsche Schlussfolgerungen zulässt und möglicherweise dazu führen kann, intime Bilder zu posten, weil das Profil ja sicher ist
2. DIe Abfragen zum Profil zu weit gehen
3. Weil der Test eine Blackbox ist und es sich nicht nachvollziehen lässt, welche Kriterien dahinter stehen.

Quelle:
http://www.projuventute.ch/sexting/landingpage.html

2 thoughts on “Sexting kann dich berühmt machen

  1. Recht hast Du. Wer wirklich sorgsam mit seinen Daten umgeht, der darf nicht so ohne weiteres den Zugriff auf sein Facebookprofil erlauben – oder meint Pro Juventute, dass man ihnen blind vertrauen soll? Sicher nicht!
    Und die Empfehlung die ich erhalten habe, ist sehr irreführend: In der Konsequenz heisst dass, dass ich die möglichen Einstellung zur Privatspähre bei Facebook ignorieren und Facebook nur noch als völlig offenes Netzwerk nutzen soll, in dem alle Alles lesen können – also, wie @SamSteiner schreibt – nur noch ‚Leserbriefe‘ posten soll.
    Ich persönlich veröffentliche schätzungsweise 80-90% meiner Posts NICHT völlig öffentlich, sondern für einen eingeschränkten, wenn auch meist grossen, Empfängerkreis.
    Sicher, die FB Einstellungen sind tricky, aber hier braucht es eben Medienkompetenz bei Kindern, Eltern, Politikern und Lehrern, daran sollten wir arbeiten, und nicht den – eher naiven – Verzicht auf die Nutzung – und somit die positive Nutzung der sozialen Netze propagieren.
    Der hinkende Vergleich von Facebook mit einer Zeitung erinnert mich an den ebenso hinkenden Vergleich sozialer Medien mit der „Erfindung“ der Eisenbahn: Damals wurde gewarnt sie zu benutzen, da Geschwindigkeiten von mehr als 20 oder 30 km/h schädlich sein für den menschlichen Körper …

  2. Hallo M. Bauer
    Danke für Ihre Feedbacks. Wir sind dabei die von Ihnen angesprochenen Punkte anzugehen. Die Erläuterungen wie die einzelnen % Zahlen zustande kommen und Hinweise darauf, für was wir welche Daten erheben folgen in Kürze. Ausserdem wird es auch einen Hinweis geben, was die App in Ihren Namen posten kann.

    Zu den inhaltlichen Sachen. Der Vergleich mit der Zeitung wurde glaube ich falsch verstanden. Dies ist ein Vergleich, den wir (und einige andere Fachpersonen auch) in der direkten Arbeit mit Jugendlichen oft verwenden. Die Aussage ist; postet nichts auf FB (oder sonst wo im Internet), dass ihr nicht auch in der Zeitung veröffentlichen würdet. Sie sollen immer damit rechnen, dass ihre Beiträge ungewollt veröffentlicht werden können. Diese Aussage ist für Jugendliche sehr einfach nachzuvollziehen. Ihnen fällt es oft schwer einzuschätzen, wer alles wo sehen kann. Wir propagieren nirgends, und auf gar keinen Fall den Verzicht Medien zu nutzen, sondern haben immer den Fokus auf Befähigung und Selbstverantwortung.

    @H.D. Zimmermann. Ihre Aussage, Ihre Beiträge durch Freundeslisten steuern zu können, ist sehr unsicher und im Umgang mit Jugendlichen unbrauchbar. Jeder Ihrer Freunde kann Ihren Beitrag kopieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dies ist eine Illusion von Kontrolle.

    Mit freundlichen Grüssen
    Laurent Sedano
    Verantwortlicher Medienkompetenz der Pro Juventute

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