Smartmetering in Arbon

Smartmetering in Arbon

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Eins vorneweg, auch wenn ich mich sehr kritisch zu Smartmetering äussere, die Idee und die Technologie dahinter werden aus meiner Sicht unumgänglich sein, wenn wir unseren Energiebedarf optimieren und reduzieren wollen.
Ohne den Einsatz von zukunftsorientierten Regel- und Steuersystemen wird es nicht gehen und deshalb begrüsse ich den Ansatz solcher Systeme.
Aber nicht ohne Begleitung durch den Datenschutz und nicht ohne die Politik, resp. die Integration der Endverbraucher in die Entscheidungen. Ich will hier auch nicht das Smartmetering zerlegen, sondern verweise hier gerne auf die Stellungnahme des EDÖB auf der offiziellen Webseite (8)
Nehmen wir das aktuelle Beispiel von Arbon
Bis Ende 2013 soll das Städtchen mit 14`000 Einwohnern flächendeckend mit Smartmetern ausgestattet werden (1). Dabei sollen von jedem Verbraucher die Daten zum Strom-, Wasser- und Gasverbrauch gesammelt, ausgewertet und der Verbrauch der Ressourcen optimiert werden.

Für mich stellen sich nun folgende Fragen:

  • Wie ist der Entscheid zum flächendeckenden Einsatz zu Stande gekommen?
  • Wer war an diesem Entscheid beteiligt? (Stadtparlament, Stadtrat, Energieunternehmen, Bürger)
  • Ist der Einbau freiwillig und wer trägt die bei den Haushalten, Gewerbe und Industrie entstehenden Kosten?
  • Gibt es entsprechende Datenschutzvereinbarungen?
  • Wo liegen die Daten und wer hat Zugriff?
  • Wird die Datensammlung kontrolliert und wem obliegt die Verantwortung der Daten?
  • Wie weit fortgeschritten ist die Einbindung von Wasserzählern?

Es gibt noch Dutzende von offenen Punkten, insbesondere auch technischer Natur (Verschlüsselung der übertragenen Daten, Zugriff von extern auf die Daten durch den Endkunden usw.)
Da diese Fragen nicht nur Arbon sondern auch alle bereits laufenden Pilotversuche und zukünftigen Projekte betreffen ist es unumgänglich, dass die Datenschützer, die Politik und die Bevölkerung solche Projekte kritisch begleiten und im Sinne der Transparenz und Kontrolle auch Einblick in die Details der Systeme bekommen.

Nun aber zurück zu Arbon:

Hier zeigt sich eindrücklich, weshalb Transparenz unumgänglich ist und leider völlig ignoriert wird.

  1. Auf der offiziellen Webseite (3) findet sich mit den einschlägigen Suchbegriffen zum Thema, sowie bei der für Ver- und Entsorgung keinerlei Hinweise auf das Projekt. Eine Medienmitteilung unter News sucht man am 6. August 2013 ebenfalls vergeblich.
  2. Auch die Arbon Energie AG hüllt sich in Schweigen. Es gibt zumindest Online keine sichtbaren Hinweise und Infos zum Projekt (5)
  3. Durch einen kurzen Artikel auf Politnetz (4) bin ich auf mögliche Verflechtungen aufmerksam geworden, die aufgrund der Mandate und Funktionen von Herrn Jürgen Knaak (7) zum Nachdenken anregen. Herr Knaak ist nicht nur Geschäftsführer der Arbon Energie AG (5) sondern auch VR-Mitglied der elog Enegielogistik AG (6). Der Link von auf der Webseite der Arbon Energie AG direkt zur elog Energielogistik hinterlässt zumindest Raum für Spekulationen

Ich würde mich freuen,wenn mir die Arboner bei den offenen Punkten und Fragen auf die Sprünge helfen könnten. Denn wie bereits einleitend gesagt, das Projekt zur Umsetzung einer nachhaltigen Energieversorgung ist zu begrüssen. Die Intransparenz und die fehlenden Infos werfen ein jedoch schlechtes Licht auf das Projekt und könnten sich als kontraproduktiv herausstellen.

Quellen:

(1) Smart Meter und Smart Grid bei der arbon energie aG – Projektablauf, technische Ausstattung, Perspektiven (PDF)
(2) Arbon macht Schluss mit herkömmlichen Stromzählern – SRF News vom 4.8.2013
(3) Offizielle Webseite der Stadt Arbon und Projektübersicht der Stadt vom 4. Juni 2013 (PDF)
(4) http://www.politnetz.ch/artikel/18421-arbon-interessenkollision-arbon-ist-die-erste-gemeinde-die-den-stromvogt
(5) Arbon Energie AG -News
(
6) elog Energielogistk AG
(
7) Verbindungen Jürgen Knaak bei Infocubech
(
8) Der Einsatz von digitalen Stromzählern

 

Kleines Update vom 6.8.2013
Die Verknüpfungen zwischen der Arbon Energie AG und der elog Energielogistik AG scheinen etwas weiter zu gehen. So zumindest könnte man die Folie 13 eines Vortrages von Jürgen Knaak deuten.
In der Darstellung ist die Firma elog für das Datenmanagement der Arbon Energie AG zuständig! Es handelt sich allerdings um ein Prinzipschema!
Link zum Vortrag „Smartmetering und Smartgrid“ (PDF) mit Arbon als Fallbeispiel

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